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Rund um den Urlaub

zuletzt aktualisiert am

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ca. 10 Millionen Frauen leiden in Deutschland unter den Auswirkungen der Wechseljahre (Klimakterium). Dieses ist darauf zurückzuführen, dass ungefähr ab dem 35.Lebensjahr die hormonelle Leistung der Eierstöcke nachlässt. Mit dem 45. Lebensjahr sind diese Veränderung dann u.U. schon spürbar.
Ein Teil der Beschwerden steht im direkten Zusammenhang mit dem Absinken des Estrogenspiegels im Körper. Der Rest wird indirekt ausgelöst. Die - meist unangenehmen - Folgen sind Hitzewallungen (70%), Schwitzen (55%) und Schwindel (45%). Spätfolgen sind eine Erhöhung des Blutdrucks und Steigerung des Osteoporoserisikos.
Die Zeit des Klimakteriums lässt sich in vier Phasen einteilen: Die Prämenopause, die Perimenopause, die Menopause und die Postmenopause.
Das Klimakterium beginnt an einem undefiniertem Zeitpunkt mit Störungen in der Eizellreifung und Abnahme des Gelbkörperhormon- und Progesteronspiegels. Mit dem Beginn der Perimonopause vermindert sich die Estrogenproduktion, welche entscheidenden Einfluss auf den Monatszyklus hat.Leitsymptome_Klima


Der Zeitpunkt der letzten durch die Ovarien gesteuerten Monatsblutung wird als Menopause bezeichnet. Dieser Zeitpunkt kann allerdings erst nach einem Jahr festgestellt werden, da ein Jahr lang keine Monatsblutung mehr auftreten darf. Der Zeitraum bis dorthin wird entsprechend als Postmenopause bezeichnet und wird im Allgemeinen mit dem 55.Lebensjahr erreicht.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Frau - ohne Hormonsubstitution - einer extremen Hormonmangelsituation ausgesetzt. Folgen sind die bereits oben erwähnten Beschwerden.

 

1. Hitzewallungen:
Sie beginnen mit einem explosionsartigen Wärmegefühl zwischen den Schulterblättern und breiten sich wellenartig aus. Bis zu 50mal wiederholt sich der Vorgang für ein bis sechs Minuten am Tag. Eine Wallung endet im Schweißausbruch mit abschließendem Kältegefühl.
Zusätzlich kann es zu Pulsrasen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl kommen.

2. Schlafstörungen:
Durch den Estrogenabfall kann es zu einem verändertem Schlaf-Wach-Rhythmus kommen. Die Einschlafphase wird verlängert und die Tiefschlafphase verkürzt.

3. Psychische Beschwerden:
Der Verlust der Fruchtbarkeit und die Wahrnehmung des zunehmenden Alters veranlassen viele Frauen zu starken Stimmungsschwankungen, wie Frustration, Vergesslichkeit oder Konzentrationsschwäche.

4. Hautveränderungen:
Besonders in der Postmenopause kann es zu Veränderungen der Haut, Haare und Nägel kommen. Die Haarpracht wird dünner und die Hautschichten werden durchscheinend. Deshalb ist eine Einnahme von Biotin-Präparaten für Haut und Haare, sowie im Sommer die Verwendung gutvertäglicher Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor anzuraten.

5. Trockene Körperzonen:
Der Körper verringert die Produktion von Tränenflüssigkeit und Speichel. Darauf müssen vor allem Kontaktlinsen- und Prothesenträger achten. Ebenso kann die Scheidenflora der Frau mit in Leidenschaft gezogen werden. Pilzinfektionen der Vagina sind die Folge.

6. Knochenabbau:
siehe unten

Aus den o.g. Gründen wird es verständlich, warum in den verschiedenen Phasen des Klimakteriums auch verschiedene Hormonkombinationen angewendet werden müssen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Einblick in die Anwendung einzelner Präparate in den einzelnen Phasen.Hormone

Seit geraumer Zeit sind hormonhaltige Präparate stärker in die Kritik geraten. Ob zu Recht oder nicht, darüber sind auch die Experten sich nicht einig. Die Kritiker beziehen sich in erster Linie auf die Ergebnisse der Woman Health Initiative (WHI-Studie). Allerdings gilt diese Studie als nicht sehr aussagekräftig, da bei der Studienplanung und -durchführung erhebliche systematische Fehler begangen wurden. Folglich ist eine weitere Studie im Hinblick auf die Problematik für das Brustkrebsrisiko, Thrombosen und Herzkreislaufbeschwerden unabdingbar.
Bei ca.1/3 der Frauen verläuft die Hormontherapie ohne jegliche Probleme ab und kann im günstigesten Fall sogar nach zwei Jahren beendet werden.
Beim Rest der Patienten treten als Nebenwirkungen vorwiegend Spannungsgefühl in der Brust, Verschlimmerung von Krampfadern, erhöhte Gallensteinbildung, Übelkeit, Akne, Migräne und/oder Gewichtszunahme auf.
Nicht unerheblich ist allerdings der Vorteil der Osteoporose-Prophylaxe. 10 bis 15 % der Frauen sterben an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruches. Folglich sollte früh und lange genug mit Hormonen substituiert werden. Bei schon bestehenden Knochenabbau sollte die gesamte Lebenseinstellung angepasst werden. Die Ernährung muss umgestellt werden (Calcium + Vit.-D3), Gewichtsreduktion zur Entlastung der Gelenke und vor allem viel sportliche Betätigung auch zur Verbesserung des seelischen Zustandes sind ist eine wichtige Zusatzmassnahme während des Klimakteriums.

Soja und Rotklee
Der wirksame Bestandteil sind die sog. Isoflavone, die auf Grund ihrer struktuellen Ähnlichkeit zum Estrogen auch als Phytoestrogene bezeichnet werden. Diese sind vor allem gegen die unangenehmen Hitzewallungen wirksam und beliebt. In neueren Untersuchungen sollen sie sogar dazu beitragen, das Brustkrebsrisiko zu senken. In Fertigpräparaten werden die Isoflavone gerne mit Jod, Biotin und weiteren Stoffen versetzt, die während des Klimakteriums sinnvoll sind.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Besonders in Kombination mit Johanniskraut wird die Traubensilberkerze gerne gegen Hitzewallungen und Schlafstörungen eingesetzt.

Mönchspfeffer (=Keuschlamm=Agnus Castus)
Die Früchte des Mönchpfeffers fördern die Gestagen-Produktion. Dadurch können viele Symptome, wie PMS und Regelbeschwerden behandelt werden.
Bei allen pflanzlichen Präparaten ist zu beachten, dass die Wirkung u.U. erst nach 4-8 Wochen einsetzt und die Anwendung auch intervallmäßig über mehrere Zyklen erfolgen muss.

Homöopathika
Monopräparate der Homöopathie behandeln gezielt die einzelnen Symptome und sind deshalb am besten auch von einem erfahrenen Homöopathen zu verordnen.
Daneben gibt es noch einige fertige Kombinationspräparate, z.B. Cefakliman®, Feminon® oder Klimaktoplant®, die sich in der Vergangenheit bewährt haben.

Allgemein kann frau aber selber noch viele Dinge tun, diese “kritische Phase besser zu durchleben. Neben der routinemässigen, einmal pro Jahr durchgeführten Untersuchung beim Frauenarzt zur Früherkennung, trägt wie bei vielen anderen Leiden, die körperliche Betätigung zum persönlichen Wohlbefinden bei. Osteoporoserisiko und Herz-Kreislauf-Beschwerden können dadurch minimiert werden, das Körpergewicht und damit der Fetthaushalt bleiben im Rahmen. Nehmen sie ausreichend Vitamine und Mineralstoffe (ganz wichtig: Calcium+Vit. D3) zu sich, um den Körper fit zu halten.
Achten Sie auf Grund der verringerten Produktion von Körperflüssigkeiten, auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Trinken Sie ein gutes Mineralwasser (am besten mit einer Brausetablette Calcium +Vit D3) und verzichten Sie soweit es geht auf Kaffee und Alkohol. Diese entziehen dem Körper zusätzlich Wasser.

Bei diesem komplexen Thema ist eine persönliche Beratung ganz wichtig, um auf Ihre individuellen Probleme besser eingehen zu können. Wir beraten Sie gerne ausführlicher..

Ihr Team der Severinus Apotheke

Quellen: Die PTA 3/03, PTAheute 2/04

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